User Environment Management

Nicht überall, wo User Environment Management draufsteht, ist auch UEM drin.

Es gibt viele Techniken, die eine verbesserte Desktop-Umgebung für die Anwender versprechen. Herauszufinden, welche „UEM“-Lösung dieses Versprechen tatsächlich hält, ist schwierig. Häufig herrscht zudem die Meinung vor, dass ein ausgeklügeltes User Environment Management lediglich eine „Windows-Profil-Management“-Lösung eines Drittanbieters ist. Wenn Sie das so sehen, kennen Sie vermutlich die echten Vorteile einer umfassenden Managementlösung für die Benutzerverwaltung noch nicht.

In allererster Linie trägt eine UEM-Lösung zur Optimierung der Anwenderzufriedenheit bei. Hierbei geht es in erster Linie nicht um Hintergrundbilder oder Desktop-Symbole, sondern vielmehr um die ganzheitliche Betrachtung und Bereitstellung einer performanten Arbeitsumgebung, die maximale Produktivität ohne Abstriche bei Sicherheit oder Kontrolle ermöglicht. UEM fördert den Erfolg von Desktop-Projekten, behebt lästige Desktop-Probleme und reduziert dabei die Betriebskosten.

Um zu entscheiden, welche der vielen verschiedenen UEM-Lösungen am besten geeignet ist, ist es wichtig, zu verstehen, wie diese Lösungen wirklich funktionieren und für welche Umgebungen sie konzipiert sind. Wir sehen uns hier vier Techniken genauer an, die häufig als User-Environment-Management-Plattformen bezeichnet werden. Dabei untersuchen wir auch ihre Funktionen und Defizite.

Profil-Management

Simple Profil-Management-Techniken wie z.B. das Citrix User Profile Management adressiert Probleme im Zusammenhang mit Roaming-Profiles wie aufgeblähte und beschädigte Profile, extrem lange Anmeldezeiten und dämmen diese ein. Sie wenden bis zu einem gewissen Grad die persönlichen Einstellungen des Anwenders auf virtuelle Desktops an. Es ist zwar möglich relativ granular vorzugeben, welche Einstellungen „roamen“ sollen, allerdings werden die Daten auch nicht isoliert und sind ohne größeren Aufwand auch nur in Gänze wiederherzustellen. Sie sind nicht für einen unternehmensweiten plattformunabhängigen Einsatz ausgelegt.

Das Profil-Management liefert zudem keine soliden Sicherheitsrichtlinien und schafft keine Möglichkeiten Daten und Anwendungsberechtigungen der Benutzer effizienter zu konfigurieren.

Umgebungen, die ausschließlich auf Profil-Management-Techniken aufbauen, sind aufgrund ihrer Struktur nicht über verschiedene Bereitstellungsmechanismen, Rechenplattformen oder Standorte skalierbar. Das erzeugt mehr Komplexität und die Speicherkosten für die sich daraus ergebende verstreute Datenspeicherung steigen.

 

User Environment Virtualization (UE-V)

Microsofts User Experience Virtualization ist eine weitere Technik, die häufig im User Environment Management Kontext genannt wird. UE-V stellt die persönlichen Einstellungen von Benutzern mithilfe von Vorlagen für gemeinsam genutzte Anwendungen auf verwalteten Endgeräten bereit. Wie beim UPM von Citrix ist die Technik ein direkter Ersatz für Roaming Profiles. Am effektivsten ist diese Technik in einer Umgebung mit nur einem Betriebssystem und einer einzelnen Plattform einsetzbar. Sie kann sich auch für Migrationen eignen, bei denen alle Benutzer auf ein neues Betriebssystem umgestellt werden. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass keine alten Betriebssysteme wie XP genutzt werden, dass kein Zurücksetzen der Benutzer auf vorherige Plattformen erforderlich ist oder eine Version des vorherigen Betriebssystems für die Ausführung alter Anwendungen beibehalten werden muss.

UE-V stößt an seine Grenzen, wenn Unternehmen bei der Migration keine Ausfallzeiten in Kauf nehmen können oder eine Mischumgebung aus verschiedenen Betriebssystemen einsetzen. Wird zum Beispiel ein Rollback der Migration für bestimmte Benutzerkreise nötig, wird es bereits sehr schwer dies mit UE-V umzusetzen.

 

Gruppenrichtlinien und Logon-Skripte

Die Bordmittel von Microsoft wie Gruppenrichtlinien und Gruppenrichtlinien-Einstellungen bieten geeignete Funktionen für die Verwaltung von Benutzerumgebung und Rechnern. Sie ermöglichen die zuverlässige Verwaltung von Einstellungen zum Beispiel für Laufwerkzuordnungen, Drucker und Verknüpfungen und geben die Richtlinien vor. Dieser Ansatz bewährt sich vor allem in kleineren Umgebungen, in denen die Verwaltung auf eine kleine Personengruppe beschränkt ist. Bei einer großen Anzahl von Benutzern, die verschiedene Endgeräte und Betriebssysteme nutzen, wird die Verwaltung von Gruppenrichtlinien jedoch sehr schwerfällig und Skripte können unerwünschte Performance- oder Anmeldeverzögerungen verursachen.

Vollumfängliche UEM-Lösungen lösen komplizierte Gruppenrichtlinien und Logon-Skripte ab bzw. verschlanken diese anhand von Konditionen und Nutzungskontexten so sehr, dass der User Workspace wesentlich schneller geladen werden und nach Bedarf innerhalb der Desktop-Sitzung bereitgestellt werden kann. Dadurch werden Anmeldezeiten reduziert und die Zufriedenheit der Benutzer steigt.

 

Fazit

UEM-Lösungen sollten die komplette Verwaltung der Desktop-Umgebung des Benutzers umfassen und eine gleichbleibende Benutzerumgebung über alle physischen oder virtuellen Desktop-Umgebungen in Hinblick auf Performance, Sicherheit und Stabilität hinweg gewährleisten. Dadurch werden die Gesamtbetriebskosten reduziert und das bei steigender Zufriedenheit und Produktivität. Es ist dabei egal, ob es sich um eine Mischumgebung mit physischen und virtuellen Desktops oder eine Kombination aus mehreren Endgeräten, Standorten oder Bereitstellungsmechanismen handelt. Eine UEM-Lösung hilft der IT-Abteilung auf jedem Endgerät, in jedem Betriebssystem und in jeder Anwendung eine gleichbleibende und individualisierte Benutzerumgebung zu schaffen.

Das steigert die Anwenderzufriedenheit und zufriedene Benutzer sind produktivere Benutzer. Eine UEM-Lösung hat also das Potenzial nicht nur die Anwenderzufriedenheit deutlich zu verbessern, sondern wird dann auch in der Konsequenz das Geschäft positiv beeinflussen.

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